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der Rudi

Mein Weg

Meine Geschichte beginnt nicht mit meiner Geburt. Sie beginnt nicht einmal mit meiner Zeugung. Sie beginnt davor, bei dem, was meine Eltern und die Generationen vor ihnen erlebt und weitergegeben haben. Ich nenne das intergenerationell. Es ist meine Sicht auf meine Herkunft, nicht mehr.

Vor etwa drei Jahren bin ich zusammengebrochen. Ich habe es für mich als Sekundärtrauma benannt. Ich erzähle das, weil es zu meinem Weg gehört, nicht um jemanden zu überzeugen. Getragen hat mich damals ein einziger Gedanke: dass meine Kinder mich brauchen.

Zuerst waren es nicht Bücher. Es waren Podcasts und vor allem meine erste Begegnung mit einer KI, damals ChatGPT. Ich habe ihr Fragen gestellt, die mich selbst betrafen. Daraus kamen meine ersten echten Erkenntnisse. Durch sie bin ich zur Neurowissenschaft gekommen, die mir bis heute viel erklärt. Von dort ging es weiter zur Evolutionspsychologie, zur Anthropologie und Paläoanthropologie, zu den Sozialwissenschaften und zur Verhaltenspsychologie.

Am Ende landet für mich alles in der Philosophie. Im Altertum war schließlich auch die Mathematik Philosophie. Das schlägt für mich die Brücke zu meinem Buch der Bücher: Karl Fristons Active Inference, seine Lehre vom Prinzip der freien Energie. Dort trifft sich für mich alles. Es erklärt das Leben an sich. Mehr Erkenntnis kenne ich nicht.

Am Ende war es die Erkenntnis, die mich aus dem tiefsten Elend geholt hat. Ich hoffe, dass ich damit mehr getan habe, als mich selbst zu retten: dass ich eine Kette durchbrochen habe, den Teufelskreis, in dem Trauma von Generation zu Generation weitergegeben wird.